Berlin, 2.04.2020

Liebe Eltern!

Ergänzend zu unserer Mail vom 30.3.2020 gaben wir heute bekannt, dass das Sekretariat der Grundstufe ab 6.4. bis zum 17.4.2020 geschlossen ist.

Kinder, die zur Notbetreuung angemeldet sind, gehen bitte direkt in den Hort. Alle vorderen Räumlichkeiten (Foyer, Flur EG) sind abgeschlossen.

Bei Anfragen zur Notbetreuung für systemrelevante Berufe und in anderen dringenden Fällen wenden Sie sich bitte an  Frau Cunningham und/oder Frau Strzelecki. Sie sind über die Ihnen bekannten Mailadressen e.cunningham@aegs.de und f.strzelecki@aegs.de erreichbar und antworten Ihnen innerhalb kurzer Zeit.

Bei Fragen zu Lernangeboten während der Ferien nehmen Sie bitte Kontakt zu den Klassenlehrer*innen auf.

Wir empfehlen Ihnen das „Schreiben des französischen Bildungsministeriums an alle Eltern“, das uns über eine Mutter unserer Schule erreichte, zu lesen.

Nun wünschen wir Ihnen weiterhin viel Gesundheit und viel Kraft für Ihre persönliche familiäre Situation in dieser besonderen Zeit.

Herzliche Grüße aus dem Büro im Rohrgarten

Franziska Strzelecki, Karin Richter und Elke Cunningham


Liebe Eltern mit schulpflichtigen Kindern,

 

Möglicherweise neigen Sie dazu, einen minutengenauen Zeitplan für Ihre Kinder zu erstellen. Sie haben große Hoffnungen auf stundenlanges Lernen, einschließlich Online-Aktivitäten, wissenschaftlichen Experimenten und Buchberichten. Sie beschränken die Technologie, bis alles erledigt ist! Aber hier ist die Sache ...

 

Unsere Kinder haben genauso viel Angst wie wir jetzt. Unsere Kinder können nicht nur alles hören, was um sie herum vor sich geht, sondern sie spüren auch unsere ständige Spannung und Angst. Sie haben so etwas noch nie erlebt. Obwohl die Idee, 4 Wochen lang nicht zur Schule zu gehen, großartig klingt, stellen sie sich wahrscheinlich eine lustige Zeit wie Sommerferien vor, nicht die Realität, zu Hause gefangen zu sein und ihre Freunde nicht zu sehen. 

 

In den nächsten Wochen werden die Verhaltensprobleme Ihrer Kinder zunehmen. Ob es Angst, Wut oder Protest ist, dass sie die Dinge nicht normal machen können - es wird passieren. Sie werden in den kommenden Wochen weitere Anfälle, Wutanfälle und oppositionelle Verhaltensweisen sehen. Dies ist normal und wird unter diesen Umständen erwartet.

 

Was Kinder jetzt brauchen, ist sich wohl und geliebt zu fühlen. Fühlen, dass alles gut wird. Und das könnte bedeuten, dass Sie Ihren Zeitplan auseinander reißen und Ihre Kinder ein bisschen mehr lieben müssen. Kekse backen und Bilder malen. Spielen Sie Brettspiele und schauen Sie sich Filme an. Machen Sie gemeinsam ein wissenschaftliches Experiment oder finden Sie virtuelle Ausflüge in den Zoo. Starten Sie ein Buch und lesen Sie gemeinsam als Familie. Kuscheln Sie sich unter warme Decken und tun Sie nichts.

 

Machen Sie sich keine Sorgen, dass sie in der Schule rückwärts gehen. Jedes Kind ist in diesem Boot und alles wird gut. Wenn wir wieder im Unterricht sind, werden wir alle den Kurs korrigieren und sie dort treffen, wo sie sind. Lehrer sind Fachexperten! Wähle keine Kämpfe mit deinen Kindern, weil sie nicht rechnen wollen. Schreien Sie Ihre Kinder nicht an, dem Programm nicht zu folgen. Setzen Sie keine 2 Stunden Lernzeit ein, wenn sie sich dagegen wehren.

 

Wenn ich Ihnen eines überlassen kann, dann ist es das Folgende: Am Ende wird die psychische Gesundheit unserer Kinder wichtiger sein als ihre akademischen Fähigkeiten. Und was sie in dieser Zeit fühlten, wird ihnen noch lange erhalten bleiben, nachdem die Erinnerung an das, was sie in diesen vier Wochen getan haben, längst verschwunden ist. Denken Sie jeden Tag daran.

Quelle: Schreiben des französischen Bildungsministeriums an alle Eltern